
CSU-Kreistagsfraktion zu Gast in Ehingen: Wirtschaft, Digitalisierung und Handlungsspiel-räume für die Gemeinden im Fokus
Die CSU-Kreistagsfraktion hat in ihrer Reihe der „AN-Landkreis-Tour“ die Gemeinde Ehingen besucht. Auf dem Programm standen ein Besuch bei der Firma Rehart sowie ein ausführlicher Erfahrungsaustausch mit dem neu gewählten Bürgermeister Markus Prokopczuk. Dabei ging es vor al-lem um die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum, die Digitalisierung der Verwaltung und die zunehmenden Herausforderungen durch Bürokratie und Regionalplanung.
REHART: Mittelstand mit weltweiter Ausrichtung
Bei der Besichtigung der REHART GmbH konnte sich die Fraktion ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit des Ehinger Unternehmens machen. Geschäftsführer Philipp Schülein stellte die Entwicklung und die Geschäftsfelder des familiengeführten Unternehmens vor.
Seit über 40 Jahren steht REHART für Verschleißschutz, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit – und damit für gelebten Mittelstand. Rund 110 Mitarbeiterinnen
(Bild: Fa. Rehart: v.r.n.l. Bürgermeister Markus Prokopczuk, Fraktionsvorsitzender Stefan Horndasch, Philipp Schülein und Klaus Schülein von der Firma Rehart)
und Mitarbeiter sind am Standort Ehingen beschäftigt, deutschlandweit sind es rund 130. Am Fuße des Hesselbergs entstehen individuelle Lösungen insbesondere für die Ziegelindustrie, Biogas und Recycling sowie die Abwassertechnik.
Dabei setzt das Unternehmen auf eine hohe Fertigungstiefe und einen hohen Anteil individueller Spezialanfertigungen. „Unsere Produkte sind Made in Germany und individuell auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten“, erläuterte Schülein. Gerade die Fähigkeit, Lösungen für besondere Anforderungen zu entwickeln und Bauteile wiederherzustellen, sei ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie.
Der konsequente Fokus auf die Wiederherstellung und Verlängerung der Lebensdauer von Bauteilen habe REHART zu einem international tätigen Unternehmen gemacht. Nachhaltigkeit sei dabei kein kurzfristiger Trend, sondern werde im Unternehmen bereits von Beginn an praktiziert.
CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Horndasch zeigte sich beeindruckt von der Kombination aus technischer Kompetenz, individueller Fertigung und internationaler Ausrichtung. „REHART ist ein hervorragendes Beispiel für einen Hidden Champion in unserem Landkreis Ansbach“, so Horndasch. Gerade solche Unternehmen zeigten, welches Potenzial im Mittelstand und im ländlichen Raum stecke.
„Handwerk und Mittelstand sind eine tragende Säule unseres Landkreises. Deshalb muss der Landkreis im Rahmen seiner Möglichkeiten alles daransetzen, die wirtschaftliche Tätigkeit unserer Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterstützen und gute Rahmenbedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze zu schaffen“, betonte Horndasch.
Digitalisierung bietet noch großes Potenzial
Beim anschließenden Gespräch mit Bürgermeister Markus Prokopczuk und dem stv. Landrat Dr. Jürgen Pfeiffer standen die aktuellen Herausforderungen der Gemeinde Ehingen im Mittelpunkt. Der neu gewählte Bürgermeister konnte dabei erste Erfahrungen aus seiner Tätigkeit schildern.
Ein besonderes Potenzial sieht Prokopczuk in der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. Hier gebe es noch zahlreiche Möglichkeiten, Verwaltungsabläufe einfacher, schneller und bürger-freundlicher zu gestalten.
Gleichzeitig verwies der Bürgermeister auf die Belastungen durch zunehmende bürokratische Vorgaben. Gerade bei kommunalen Projekten könne die Förderung manchmal zu einem erheblichen zusätzlichen Aufwand führen. „Es kann nicht richtig sein, sagen zu müssen: Wir machen es ohne Förderung, wenn wir dadurch schneller und am Ende vielleicht sogar günstiger zum Ziel kommen“, so Prokopczuk.
Regionalplanung darf Entwicklung nicht verhindern
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Entwicklung des Hesselbergraums. Prokopczuk machte deutlich, dass die Regionalplanung aus seiner Sicht ausreichend Spielräume für die wirtschaftliche und kommunale Entwicklung lassen müsse.
„Regionalplanung darf nicht dazu führen, dass wirtschaftliche Entwicklung praktisch nicht mehr möglich ist“, lautete eine zentrale Forderung. Gerade für die Gemeinden im ländlichen Raum seien zusätzliche Gewerbe- und Entwicklungsmöglichkeiten wichtig, um langfristig Arbeitsplätze, Einwohner und damit auch kommunale Handlungsspielräume zu sichern.
Denn die Gemeinde profitiere unmittelbar von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Allein die Beteiligung der Gemeinden an der Einkommensteuer sei keine ausreichende Einnahmequelle. Wenn durch immer strengere Vorgaben Entwicklungsmöglichkeiten wegfielen, würden damit langfristig auch finanzielle Spielräume der Kommunen kleiner.
AN-Landkreis-Tour als direkter Austausch vor Ort
Für die CSU-Kreistagsfraktion ist gerade dieser direkte Austausch vor Ort ein wesentlicher Be-standteil ihrer Landkreis-Tour. „Wir wollen nicht nur über die Gemeinden reden, sondern mit den Verantwortlichen vor Ort“, erklärte Horndasch. Die Gespräche zeigten immer wieder, dass viele Herausforderungen zwar auf unterschiedlichen Ebenen entstünden, Lösungen aber gemeinsam gefunden werden müssten.
Stefan Horndasch Carola Rein Georg Dorn Michael Dörr
Vorsitzender Stellv. Vorsitzende Stellv. Vorsitzender Stellv. Vorsitzender
